

Neue Antriebstechnik für CNIS
Antriebstechnik
für Feuerwehr- und Sicherheitszentrum
Aufgrund von Feuchtigkeit und Nässe mussten die vorhandenen Fremdantriebe in der Fassade des Centre National d’Incendie et des Secours (CNIS) in Luxemburg komplett ausgetauscht werden.
Das Objekt
Das Centre National d’Incendie et des Secours (CNIS) ist das zentrale Feuerwehr-, Rettungs- und Sicherheitszentrum Luxemburgs.
Als Großprojekt der Stadt Luxemburg vereint es die wesentlichen Einrichtungen von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Zivilschutz – darunter die nationale Notrufleitstelle, eine Schule mit 60 Gästezimmern sowie umfangreiche Ausbildungs-, Sport- und Übungseinrichtungen.
Das viergeschossige Gebäude am Boulevard Kockelscheuer liegt im neu entwickelten Stadtteil Ban de Gasperich und ist dank seines markanten Turms weithin sichtbar. Die Architektur wird geprägt durch den Kontrast zwischen den großzügig verglasten Fahrzeughallen und den darüberliegenden, mit dunkelrotem Aluminium gestalteten Geschossen. Die Lage zwischen der Autobahn A3 und einer wichtigen Einfallstraße ermöglicht zudem kurze und schnelle Einsatzwege.
Eine Besonderheit des Entwurfs ist die Nutzung des natürlichen Gefälles des Grundstücks. Dadurch konnten die Fahrzeughallen auf zwei Ebenen angeordnet und über eine markante Freitreppe miteinander verbunden werden. Die oberen Geschosse beherbergen Schulungsräume und eine Sporthalle, die über Brückenelemente oberhalb der Fahrzeughallen angeordnet sind. Auch die verglasten Haupttreppenhäuser setzen architektonische Akzente.
Bei der Fassadengestaltung verfolgte die Stadt Luxemburg als Bauherr das Ziel einer gleichermaßen markanten wie ruhigen Gebäudehülle. Grundlage bildet ein 1,50 Meter breites Fassadenraster mit abwechselnden, versetzt angeordneten Öffnungen. Jedes Rasterfeld besteht aus einem hinterlüfteten, gedämmten und geschlossenen Blechelement sowie einem Fensterelement, deren Größen von Feld zu Feld variieren.
Das changierende, farbige Aluminium verstärkt die dynamische Wirkung der Fassade. Als Sonnenschutz sind sämtliche Fenster mit ein- oder zweiflügeligen Klappläden aus gelochtem Blech ausgestattet.
Der hochbauliche Wettbewerb wurde bereits 2004 durchgeführt, bezogen wurde das CNIS im Jahr 2021. Besonders bemerkenswert: Trotz des außergewöhnlich langen Planungszeitraums konnte der ursprüngliche Entwurf nahezu unverändert umgesetzt werden.
Projekt: Centre National d’Incendie et des Secours
Produktgruppe: Wasserbeständiger Linearantrieb M9 WR
Bauherr: Stadt Luxemburg
Architekt: BLK2 Architekten Hamburg
Ort: Luxemburg
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Das Projekt
Austausch der vorhandenen Fensterantriebe
Die Aufgabenstellung bestand darin, die Drehläden der zweiten Hautfassade vor der als Warmfassade ausgeführten Fensterbandfassade weiterhin zuverlässig öffnen zu können. Aufgrund des alternierenden Fassadenrasters kamen sowohl Einzel- als auch Doppel-Drehläden zum Einsatz. Während einzelne Drehläden mit einem Antrieb ausgestattet sind, verfügen Doppel-Drehläden über jeweils einen Antrieb pro Drehladen. Im 4. Obergeschoss sind aufgrund der größeren Drehladenhöhe jeweils zwei Antriebe erforderlich. Die Antriebe befinden sich hinter den geschlossenen Fassadenblechen zwischen den öffenbaren Klappläden aus gelochtem Blech. Durch die offenen Fugen der zweiten Hautfassade sind sie dabei unmittelbar Feuchtigkeit und Witterungseinflüssen ausgesetzt. Die eingesetzten Antriebe müssen daher speziell für diese anspruchsvollen Umgebungsbedingungen geeignet sein und einen zuverlässigen Betrieb gewährleisten
Technologie Kingspan STG
Unser Serienantrieb M9 WR wurde projektbezogen geringfügig hinsichtlich der Einbaulage optimiert. Die WR-Baureihe wurde speziell für den Einsatz in feuchter Umgebung entwickelt und verfügt über eine Schutzart von IP 44. Konstruktionsbedingt wirkt in feuchten Umgebungen nicht nur Strahlwasser auf die Antriebe ein. Durch die Bewegung der Schubstange (Luftpumpeneffekt) kann auch Oberflächenfeuchtigkeit eindringen und im Antrieb zur Bildung von Kondensat führen.
Daher muss gewährleistet sein, dass einmal eingedrungene Feuchtigkeit wieder aus dem Antriebsgehäuse abgeführt wird. Zu diesem Zweck wurden die hier verwendeten Antriebe mit einem Abdeckprofil und Entwässerungsbohrungen im Gehäuse versehen. Die Entwässerungsbohrungen dienen nicht nur dazu, in den Antrieb eingedrungenes Wasser aus dem Gehäuse abzuführen, sondern machen auch den Luftpumpeneffekt kontrollierbar, indem die Luft durch definierte, gegen Wasser abgeschirmte Öffnungen ins Gehäuse und wieder aus dem Gehäuse hinausströmen kann.
Aufgrund der Entwässerungsbohrungen im Gehäuse kann formal keine höhere Schutzart als IP 44 erlangt werden.
Die Tauglichkeit unseres Antriebs M9 WR für den Einsatz in feuchter bzw. nasser Umgebung wurde u. a. in einem Outdoor-Dauerversuch nachgewiesen. Hierbei wurden mehrere Antriebe des Typs M9 WR 12 Monate lang im Außeneinsatz betrieben und waren jeglichen Wetterverhältnissen direkt ausgesetzt. Zudem ist die gewählte Antriebsbaureihe bereits in einigen Objekten mit ähnlichen Einbausituationen seit vielen Jahren fehlerfrei im Einsatz, z. B. in
- der Sparkasse Rosenheim (Doppelfassade, Antrieb betätigt Ganzglas-Außenklappe)
- Jardins de Braco Prata Lissabon (Glaslamellen)
Alle unsere Antriebe sind auf eine Mindestanzahl von 10.000 Betätigungszyklen unter Volllast getestet.
Im CNIS wurden insgesamt 220 Antriebe samt Vorschaltnetzteil und Synchronmodul verbaut.
Bildrechte: BLK2 Architekten PartG mbB